Süßes oder Saures

halloween trickortreat  ailynHALLOWEEN
die Nacht der Nächte, der Wahn vorm Sinn.

Vor Allerheiligen und Allerseelen gehts mittlerweile ja richtig ab …
Gut – dass sich in Kreuzberg schon immer irgend welche Fraeks herumgetrieben haben, ist ein beschaulicher Teil des Flairs.
Das sich Veranstaltungen wie ‚Karnevall der Kulturen‘ etablierten, eine ursprünglich coole Entwicklung der multikulti Bewegung der 80er und heute ein wirtschaftliches Muss. Auch gut.
Aber was ist das jetzt, was seit Jahren so schleichend sich da entwickelt? Frauen mit Kindern in düsteren, sexy bis komplett entstellenden Outfits? Kolonnen von Kindergartenkindern, die Hand in Hand als Zweierreihe anständig vor roten Ampeln stehen – als Zauberer, Hexen, Zombies und Tod verkleidet.
Schaufenster in denen fratzenartige Kürbisse einen anleuchten. Orange Plastiken, die nichts aber auch rein gar nichts mit der Thematik der ansonsten dar gepriesenen Ware zu tun haben.
Lautsprecher, aus denen knarzende Geraüsche sich mit Huibuh-Lauten vermurksen, wie aus einer schrottreifen Geisterbahn. Supermärkte, die schwarze Überwürfe mit leuchtend orangen Aufdrucken zu passenden Spitzhüten und anderem Tüneff – made in China – feilbieten.

Yes, we can! It’s HALLOWEEN.

Halloween, eine Ableitung des amerkanisch-englischen ‚All Hallows Eve‘ (Aller Heiligen Abend), ein alt keltischer, bzw. irischer Brauch, über dessen Ursprung sich Gelehrte, so, wie beflissene Wikepedianer, nach wie vor noch streiten. ein beseelter Brauchtum, der von europäischen Auswanderern ins Reich der unbeschränkten Möglichkeiten geschippert wurde. Ist heute, ein aus Amerika herüberkommender Kommerz, der hier Fuß fast. Crazy!
Ein heidnisches Kulturgut, eine Feier zu Ehren der Verstorbenen, okkupiert von der römisch katholischen Kirche, geistert sinnentleert jetzt durch die Straßen.

‚Süßes oder Saures‘ – ‚trick or treat‘, Neben Nikolaus und Rosenmontag ein willkommener Anlass, die Leckereienschatzlager wieder aufzufüllen – ohne Zweifel. Und jeder von uns spendet gerne seinen letzten Schokoriegel, wenn kreischende kleine Kinderaugen mit ausgestreckten Händen und anmutigen Dämonenverrenkungen vor uns stehen. Sind sie nicht Süß? Zuckerstangen, Bonbons und Pralinen für die raffende wilde Horde. Haribo macht Kinder froh, die Großen die Konzerne ebenso.

Aber was ist, wenn man ihnen nichts gibt? Was ist der ‚Trick‘, das Saure? Wie viel Inspiration steckt in den kleinen Geistern? Ein Tritt vors Schienbein erhielt ich prompt von so einer süßen Maus und als ich fragte, antwortete sie keck und spontan: „Na det heißt doch Trick oder Tret!“ Worauf sich die Erziehungsberechtigte der kleinen Meute überschwänglich entschuldigte und zu den Knipsen gewendet mahnend erklärte, dass sie doch vorhin schon erklärt habe, dass man Fremden nichts tun darf. Wie erbärmlich dachte ich und verschenkte meinen süßen Monatsvorrat.

Wenn ich der große Aufpasser wäre, hätte ich mit den Kids der Art viele Streiche vorbereitet, dass sie traurig wären, wenn sie Süßigkeiten bekämen. Mit Zahnpasta, Sprühsahne und Klebeband bis unter die Zähne bewaffnet wären wir in die Hochburgen der Fremden gezogen. Wir hätten vor lauter Lachen und Spaß Tränen in den Augen. Streiche zum Abputzen, haufenweise. Welche Gelegenheit für Kreativität und Phantasie. Statt dessen, ein Tritt vors Bein, eine Rüge für alle und traurige Kindergesichter. Schade auch.

In meinem Dorf in Bayern, wurde dieses Jahr großartig ein Kinder-Halloween-Spektakel im alten Schloss angekündigt. Fiel jedoch aus, da nicht genügend Plagegeister von ihren Eltern angemeldet wurden. Dem Schlossgeist wird es recht gewesen sein. Erwachsene die am ersten November an Allerheiligen fromm mit ihren Familien an den Gräbern stehen und anschließend mit der Rotte essen gehen, brauchen nicht noch am Vorabend Sperenzchen. Und die anderen Dorfkinder fühlten sich schon zu alt für ’so was‘.

HalloWeenParty by Carlo WankaKnallhart trifft es die Partypeople im Freistaat – Tanz- und Lustigseinverbot für alle. Während man mit der Anmeldung einer Halloween-Party, eine zeit lang, eine Ausnahmegenehmigung erwirkte und so für volle Clubs sorgte, ist dies leider der katholischen Besinnung zum Opfer gefallen und zu Grabe getragen worden.

So, what!

Bei der Gründung von Allerheiligen war schon das Marketing der Grundgedanke.

Viel Spaß beim Feiern

 

Ailyn 001

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